Der LandesJugendChor ist der Auswahlchor der besten Nachwuchssänger:innen des nördlichsten Bundeslandes und befindet sich in der Trägerschaft des Landesmusikrates Schleswig-Holstein e.V. Durch eine Aufnahmeprüfung qualifizieren sich die begabten Jugendlichen im Alter von 14 bis ca. 20 Jahren für eine Mitgliedschaft. Dieses Vorsingen gewährleistet die Kontinuität eines außergewöhnlich hohen künstlerischen Niveaus. In der Regel verlassen die jugendlichen Sänger*innen den Chor erst wieder mit Mitte Zwanzig – denn hier lernen sie Werke kennen, die in anderen Chören eher selten aufgeführt werden können.
Der LandesJugendChor wurde im Jahre 1986 mit Unterstützung des Kultusministeriums gegründet und war damit der fünfte Auswahlchor seiner Art auf Bundesebene. Er feiert also 2026 sein 40-jähriges Bestehen und zählt inzwischen zu den besten Klangkörpern Norddeutschlands. Dies hat er in zahlreichen Konzerten (z.B. beim Schleswig-Holstein-Musik-Festival) und Rundfunkaufnahmen für den NDR unter Beweis gestellt.
Schwerpunktmäßig hat es sich die künstlerische Leitung von Anfang an zur Aufgabe gemacht, sowohl die a-cappella-Tradition des Chorgesanges verschiedener Epochen zu pflegen, als auch dem weiten Feld der Neuen Musik in den Konzertprogrammen Raum zu geben. Zeitgenössische schleswig-holsteinische Komponist*innen waren deshalb im Repertoire ebenso zu finden wie die Namen anderer renommierter Vertreter:innen dieses Genres. Eine ausgewogene Auswahl geistlicher und weltlicher Literatur unterstreicht die Vielseitigkeit des Chores.
Verschiedene namhafte ausländische Gastdirigent:innen arbeiteten mit dem Chor – so unter anderem der Israeli Avner Itai oder der Amerikaner Thomas Hart. Konzertreisen nach Schweden, Polen, Dänemark und durch diverse andere Bundesländer wurden vom Publikum begeistert aufgenommen. Der LJC übernahm auch schon die Gestaltung der Motetten in der Leipziger Thomaskirche sowie der Vespern in der Kreuzkirche Dresden. Es werden bewusst Werke aufgeführt, die für einen Klangkörper mit jungen Stimmen besonders geeignet sind. Neben der a-cappella-Tonkunst pflegt man deshalb auch die Alte Musik mit historischen Instrumenten.
Der LandesJugendChor ist inzwischen fester Bestandteil der Musikszene Schleswig-Holsteins, war mehrfach im Rundfunk zu hören und muss auch als Laienchor den Vergleich mit professionellen Ensembles nicht scheuen. Das klingt selbstverständlich. Dabei darf jedoch nicht übersehen werden, dass sich dieser Auswahlchor des kleinen Bundeslandes nur an fünf verlängerten Probenwochenenden zusammenfindet. Ein Mehr lassen die zur Verfügung stehenden Landesmittel nicht zu (ein großer Teil der Unterkunfts- und Verpflegungskosten sowie der notwendigen Arbeitsmittel muss ohnehin von den Teilnehmer:innen selbst aufgebracht werden).
Für die Erarbeitung konzertreifer Programme stehen in der Regel (nur!) zwei Wochenenden zur Verfügung. Jede Probenphase beginnt Freitagabend und endet mit einem Wochenend-Resumée am Sonntagabend. Dies bedeutet intensivste Probenarbeit – 10 Stunden pro Tag sind keine Seltenheit – manchmal bis an die Leistungsgrenze heran. Doch nur das künstlerische Niveau alleine hält eine solche Gruppe nicht zusammen. Ein außergewöhnliches menschliches Engagement, immer das künstlerische Ziel im Auge behaltend sowie die Fähigkeit, ein so komplexes soziales Gebilde wie einen Chor unbeschadet zu führen, sind wohl das Geheimnis und die Stärke der Chorleitung:
Nachdem für fast 30 Jahre der Flensburger Kirchenmusikdirektor und Professor an der Musikhochschule Lübeck, Matthias Janz, künstlerischer Leiter des LJC war, gab es eine Zeitlang wechselnde Leiter:innen, seit 2025 hat Heide Müller die künstlerische Leitung übernommen. In den Jahren 1986 bis 1992 lag die Leitung des Chores in den Händen von Michael Klaue, Ahrensburg.
Während der Probenphasen erhält jedes Chormitglied regelmäßig Einzelstimmbildungsunterricht bei erfahrenen Gesangspädagog:innen. Dies gibt den Sänger:innen Gelegenheit, ganz persönliche Fragen und Probleme des individuellen Umganges mit der eigenen Stimme zu klären.
Künstlerische Leitung
Heide Müller
